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Kundgebung vor der Bezirksverordnetenversammlung Mitte am 25. April


WIEVIELE MIKROAPARTMENTS VERTRÄGT DEIN KIEZ?

Fragten Vertreter des seit 30 Jahren bestehenden ‚Kulturhof Koloniestraße10’ am 25.April bei einer Kundgebung vor dem Rathaus Mitte die Bezirksverordneten anlässlich der dort stattfindenden BVV.

Alle reden vom Wohnungsbau. Aber ist hochpreisiges Wohnen auf Zeit ein Lösungsansatz?

Und wie berücksichtigt die Stadtplanung Kulturprojekte, bürgerbetreute Grünflächen, Künstler und kleine Handwerksbetriebe, die ihre Werkstätten in Wohnungsnähe haben? Verdrängung von Kleingewerbetreibenden aus der Innenstadt ist ein Problem. Die einst typischen Hinterhofbetriebe sind fast ausgestorben. In der Koloniestrasse10 gab es als Traditionsbetrieb die letzte Kühlerklempnerei Berlins. Auch ihr wurde gekündigt.

Dennoch gibt es in der Koloniestrasse10 diese Mischung aus Wohnen und Gewerbe noch, auch wenn ein Großteil der Werkstätten und Garagen bereits leersteht.

Der Investor Romeo Uhlmann möchte mit seiner Marke ‚Campus Viva‘ auch den historischen ehemaligen Fuhrhof in der Koloniestraße10, samt beispielhafter Begrünung abreißen und mit MikroApartments bebauen. Das Bezirksamt scheint dieses fragwürdige Bauvorhaben durchwinken zu wollen. Dagegen protestieren die betroffenen Anwohner*innen. Sie fordern Transparenz und einen respektvollen Umgang mit ihrem Kiez, der ja eigentlich ein Milieuschutzgebiet ist.

MikroApartments sind ein Konzept, das mehr und mehr auf Skepsis stößt. Bei Stadtplanern, bei Anwohnern und auch bei Nutzern, wie man in den Google-Bewertungen von z.B. ‚Campus Viva‘ lesen kann.

Dass diese Art prekären Wohnens auf Zeit, neue Probleme schafft und dauerhaft kaum bezahlbar ist, ist bekannt. Es müsste die Gesetzeslage dahingehend geändert werden, dass möblierte Apartments nicht mit Wohnungsbau gleichgesetzt werden, heisst es von den Grünen.

Eine gesellschaftliche Funktion, die darüber hinausgeht, aus der Verzweiflung Wohnungssuchender Kapital zu schlagen, erfüllt das Zeitwohnen nicht.

Dass sogenanntes Micro-Living etablierte Kiezprojekte in Berlin-Mitte verdrängt, wollen einige Bezirksverordnete nach dem gestrigen Protest nicht hinnehmen. Deshalb möchte Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger mit Vertretern der Kolonie10 zusammenkommen und gemeinsam Lösungen für einen Erhalt des Kulturhof Koloniestraße10 verfolgen.

Letztlich steht jedoch die Wohnungspolitik auf dem Prüfstand.

Wir bedanken uns herzlich bei allen die da waren!

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